1. Tag:
Samstag, 17. September 2005
Motto: «Was spricht die tiefe Mitternacht?*»
19:30 Uhr,
Allgemeine Lesegesellschaft, Münsterplatz 8.
Podium: «Was spricht die tiefe Mitternacht?»
«Der Musiker, der Lyriker sind in ihren Instinkten grundverwandt und an sich Eins, aber allmählich spezialisiert und voneinander abgetrennt – bis zum Widerspruch.»
(Friedrich Nietzsche).
Friederike Kretzen, Sebastian Kiefer und Wolfram Malte Fues wollen miteinander herausfinden, was sich aus dieser Einheit und ihrem Widerspruch an den Gedichten Friedrich Nietzsches ergibt, die Urs Allemann vorträgt: Für den Klang über ihren Zeilen, für den Sinn in ihren Zeilen und für die Poetik unter ihren Zeilen.
Eintritt Samstag: CHF 15.–/10.–
Zweitageskarte (Samstag und Sonntag): CHF 35.–/25.– (statt 40.–/30.–).
Vorverkauf/Reservierung: Tel 061 271 49 20 oder
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Büchertisch: Bachletten-Buchhandlung 061 281 81 33
2. Tag:
Sonntag, 18. September 2005
Motto: «Botenstoffe**»
Sudhaus Basel, Burgweg 7.
Eintritt: CHF 25.–/20.—. Mit Schülerausweis CHF 12.– (nur am Sonntag gültig).
Eintritt jederzeit möglich.
Vorverkauf/Reservierung: 061 271 49 20 oder
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Programm:
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10.00:
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Türöffnung Sudhaus
Es wird ein Brunch angeboten. Die Sudhaus-Bar ist durchgehend bis 22:30 Uhr in Betrieb.
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11.00–10.30:
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Oswald Egger liest neue Gedichte, vorgestellt von Wolfram Malte Fues.
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11.30–12.00:
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Wolfram Malte Fues
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12.00–12.30:
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Hommage an Thomas Kling**
Urs Allemann rezitiert Gedichte des am 1. April 2005 verstorbenen Dichters Thomas Kling. Thomas Kling war ein bedeutender, von Autoren wie Mayröcker, Jandl und Celan sowie der Wiener Gruppe um Artmann und Bayer beeinflusster Lyriker der jüngeren deutschen Literatur. In seinen vorwiegend für den Vortrag geschriebenen Texten spielen Wortklang- und -musik eine wichtige Rolle. Am 6. Mai 1957 in Bingen geboren starb er am 1. April an Lungenkrebs in Dormagen. Er wohnte nach Jahren in Düsseldorf, Wien, Finnland und Köln zuletzt als Dichter und Essayist in der Nähe von Neuss auf der Raketenstation Hombroich.
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12.30–13.00:
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Urs Allemann
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13.00–13.30:
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Simon Froehling liest neue Gedichte, vorgestellt von Matthyas Jenny
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13.30–14.00:
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Pause
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14.00–15.00:
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LYRIK+ZEICHNUNG
Podium über die gleichzeitg stattfindende Ausstellung «LYRIK+ZEICHNUNG»:
Auf dem Podium diskutieren: Andreas Chiquet (Moderation), Peter Gisi (mit Lesung), Birgit Kempker (mit Lesung), Jörg Jermann (mit Lesung) und die Künstlerin Stephanie Grob.
Die Ausstellung 5+5:
Zeichnungen von Anna Wiesendanger / Texte von Birgit Kempker;
Zeichnungen von Cécile Hummel / Gedichte von Peter Gisi;
Zeichnungen von Andreas Chiquet / Gedichte von Pierre Imhasly (nicht anwesend);
Zeichnungen von Stephanie Grob / Gedichte von Jörg Jermann;
Zeichnungen von Werner Lutz (nicht anwesend) zu seinen Gedichten.
Als Preziosen von Literatur und Bildender Kunst werden am Lyrikfestival erstmals Zeichnung und Lyrik konfrontiert.
5+5
Fünf AutorInnen wurden angefragt, zu Arbeiten von fünf ZeichnerInnen zu schreiben.
Ursprung der Idee
Lyrik und Zeichnung sind Orte des Denkens, des Experiments, des Entwurfs. Gattungen der Verdichtung, des Exzerpts, Extrakts, des Eingemachten. In der reduzierten Form hat individueller Stil das Primat vor der allgemeinen Regel, die Gestalt ist dem Inhalt äquivalent. Abstraktion macht Gestaltung sichtbarer, verdichtet Substanz, macht sie merkbar. Die Reduktion von Lyrik und Zeichnung fordert rezeptive Produktion von BetrachterIn und LeserIn – die Überschaubarkeit ermöglicht eine präzise Diskussion um Prinzipien und Nuancen zwischen den Disziplinen.
Form der Präsentation
Die (verkäuflichen) Zeichnungen werden mit den Texten an fünf Stellwänden ausgestellt und bleiben während des ganzen Festivals zugänglich. Einzelne Autorinnen/Autoren lesen ihre Texte und/oder diskutieren ihre im Projekt gemachten Erfahrungen des Übersetzens von Bild und Text. (Konzept und Idee: Andreas Chiquet).
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15.00–15.30:
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Christian Uetz liest neue Gedichte, vorgestellt von Kathy Zarnegin.
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15.30-16.00:
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Kathy Zarnegin
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16.00–16.30:
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Frank Schablewski liest neue Gedichte, vorgestellt von Markus Stegmann
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16.30–17.00:
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Markus Stegmann
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17.00–17.30:
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Kurt Aebli liest neue Gedichte, vorgestellt von Rudolf Bussmann
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17.30–18.00:
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Rudolf Bussmann
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18.00–18.30:
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Pause
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18.30–19.00:
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Tanja Dückers liest neue Gedichte, vorgestellt von Matthyas Jenny
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19.00–20.30:
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«Frauen.Naja.Schwierig. Gute Gedichte.Sonst nichts». Eine Liebesgeschichte in Versen.
Drei Dichter, die mitten im Leben stehen, präsentieren ein stark belebendes Programm mit Gedichten, die mitten ins Leben zielen. Ihre Namen: Jacobs, Opitz, Politycki. Ihre Idee: Alles muß raus! Jedenfalls alles, was drei Männern in den mittleren Jahre einfällt, wenn sie ungestört über Frauen nachdenken. Hauptsache, es taugt zu zündenden, mitreißenden, aufregenden Gedichten.
Nicht, daß die drei sich immer einig wären. Im Gegenteil: Ein Gedicht gibt das andere, ein Dichter fällt dem nächsten ins Wort. Doch wie nebenbei erzählt jeder der drei im Verlauf des Abends eine Liebesgeschichte in Versen: Vom ersten Blick zum ersten Streit, von der ewigen Treue bis zu Seitensprung und Reue. Gesichert erscheint dabei allein die Erkenntnis: «Frauen. Hmm. Wunderbar».
Mit Matthias Politycki, Hellmuth Opitz und Steffen Jacobs.
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20.30–
ca. 21.30:
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Krneta vs. Greis – Wortkünstler messen sich
Redeschwälle, galoppierende Phrasen, atemlose Wortkaskaden, Musik aus Sprache – hier treffen sich zwei auf den ersten Blick unterschiedliche Künstler: der Schriftsteller Guy Krneta und der Rapper Greis. Ein Wettstreit zwischen Wortkünstlern, der jedes Mal anders verläuft.
Begleitet werden sie vom Musiker Ueli Kappeler.
Guy Krneta, Schriftsteller, und der Rapper Greis treten gemeinsam auf. Krneta fällt immer wieder als Prosa- und Theaterautor auf (zuletzt: «E Summer lang, Irina» am Theater Basel), und Rapper Greis überzeugt solo und in den unterschiedlichsten Rap-Formationen (u.a. PVP «Eifach nüt» und «Aus Abfackle»).
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Ab ca. 22.00:
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Ausklang des 4. Internationalen Lyrikfestivals Basel.
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Büchertisch: Bachletten Buchhandlung 061 281 81 33
Programm- und Preisänderungen vorbehalten.
Das Lyrikfestival wird unterstützt von der Christoph Merian Stiftung Basel, Ressort Kultur Basel-Stadt und kulturelles.baselland.
*Motto 1.Tag aus «Das Nachtwandler-Lied»
von Friedrich Nietzsche aus «Also sprach Zarathustra –
Ein Buch für Alle und Keinen» Vierter und letzter Teil:
(....) Oh Mensch! Gieb Acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
Ich schlief, ich schlief -,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht:
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh -,
Lust - tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit
will tiefe, tiefe Ewigkeit!'
** Motto 2. Tag «Botenstoffe»,
Buchtitel von Thomas Kling, erschienen 2001 im DuMont-Verlag
«Ohne Kenntnis der Sprache, der Sprach- und Literaturgeschichte ist nichts zu machen.» Thomas Kling.
Als Forschungsreisender in den Angelegenheiten des Gedichts hat Thomas Kling sich in den Essays seines Buches Itinerar (1997) vorgestellt. Sein inzwischen vielbändiges lyrisches Werk hat ihn zum «bedeutenden Lyriker des 20. Jahrhunderts» (Neue Zürcher Zeitung) gemacht; Zuletzt erschienen bei DuMont: Fernhandel. Gedichte, mit CD (1999); Botenstoffe (2001); Sprachspeicher. 200 Gedichte auf deutsch vom achten bis zum zwanzigsten Jahrhundert (2001); Sondagen. Gedichte, mit CD (2002); Interview mit Karl-Heinz Müller, in der Reihe «Unerzählte Kunstgeschichte des Rheinlandes» (2004); Auswertung der Flugdaten.(2005).
Seine Archäologie des Poetischen treibt Thomas Kling mit Botenstoffe voran – denn «Dichtung ist gesteuerter Datenstrom und löst einen solchen im Leser aus.»
Botenstoffe, das sind nicht nur die eigenen Gedichte auf Sprach- und Geschichtsreise, Botenstoffe liegen auch in der Tradition, die Thomas Kling
Eine Veranstaltung des Literaturbüros Basel, Matthyas
Jenny, Bachlettenstrasse 7, CH 4054 Basel, +41 61 271 49 20
(weitere Infos unter Literaturbüro oder unter dem Link Nachtmaschine).
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